GERTA. DAS DEUTSCHE MÄDCHEN
  • Herausgegeben vom KLAK Verlag, 2018
  • Hörbuch herausgegeben vom Verlag OneHot Book, 2013
  • Ein Theaterstück nach der Buchvorlage wird im Theater HaDivadlo in Brünn und im Theater Žižkovské divadlo Járy Cimrmana in Prag aufgeführt
  • In fünf Sprachen übersetzt
  • Rezensionen finden Sie im Archiv

GERTA. DAS DEUTSCHE MÄDCHEN

In der Nacht vom 30. zum 31. Mai 1945 wurden deutsche Bürger im sog. Brünner Todesmarsch aus Brünn vertrieben. Gerta Schnirch, Mutter einer nur wenige Monate alten Tochter, tritt mit anderen Frauen, Kindern und alten Männern den Weg ins Unbekannte ein. Der erschöpfende Marsch endet in Pohořelice, wo viele Vertriebene einer Typhus- und Ruhrepidemie unterliegen. Gerta kann sich bei Zwangsarbeit in Südmähren retten und verbringt hier ihre Zeit, bis die Transporte enden. Nachdem sie erneut die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft erhält, kehrt sie nach Hause zurück. Hier erlebt sie weitere stürmische Ereignisse der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Neben den schmerzhaften Fragen der Schuld, Rache und Vergebung zwischen den Deutschen und den Tschechen, die in diesem ungewöhnlich plastischen und fesselnden Roman gestellt werden, wird man Zeuge einer gestörten Mutter-Tochter-Beziehung, die nicht nur durch das einfältige Umfeld, in dem sie sich als tschechische Deutsche am Rande der Gesellschaft bewegten, sondern auch durch das fehlende Verständnis zwischen zwei Generationen und die Unmöglichkeit der Vermittlung einer persönlichen Erfahrung beeinflusst wurde. Eine unverwechselbare Atmosphäre verleiht der Geschichte der Genius loci der sich wild entwickelnden Stadt Brünn.

 REZENSIONEN

„Tučková ist es gelungen, ein unglaublich fesselndes Bild einer Konfrontation des individuellen Lebens mit den historischen Geschehnissen zu schaffen, die man nicht beeinflussen kann und die jeden mitreisen, ohne Hinblick auf seine Schuld, Bestrafung, Buße oder Entschuldigung, geschweige denn von seinen Wünschen und Sehnsüchten. Falls Gerta doch ein wenig würdevoll leben möchte, bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich der großen Geschichte zu unterordnen und in ihrem Inneren ihren Schmerz weiter zu tragen. (….) Diese fesselnde Geschichte über eine vertriebene Deutsche stellt eine souveräne künstlerische Aussage dar.“
Erik Gilk / Tvar

„Die Autorin zeigt einen außergewöhnlichen Sinn für Psychologie und anhaltende Spannung zwischen der Tendenz zur Typologisierung und Einzigartigkeit, aber auch ihre Fähigkeit, sich die Konfrontation gegensätzlicher individueller Standpunkte wirksam zunutze zu machen. (…) In ihrer Aussage deutet sie unpathetisch an, dass einige Sachen niemals normal werden, egal, von wem und in welchem Namen sie begangen werden.
(…) Es handelt sich um ein Umbruchswerk, das auf souveräne Art und Weise eine der möglichen und wichtigen Funktion der Literatur erfüllt. Es dient als Mittel zur Selbstreflexion der jeweiligen Gemeinschaft, in diesem Falle des tschechischen Volkes.“
Pavel Janoušek / Host

Fremdsprache Editionen

Czech Czech
Czech
Nakladatelství Host, Brno 2013
Hungarian Hungarian
Hungarian
Kalligram, Budapest 2013
Translation: Borbála Stanek-Csoma
Italian Italian
Italian
Nikita, Firenze 2011
Translation: Laura Angeloni
Polish Polish
Polish
Afera, Wroclaw 2019
Translation: Julia Różewicz
Slovakian Slovakian
Slovakian
Tatran, Bratislava 2019
Translation: Eva Melichárková